Finanzierung

Vorbereitung auf den Banktermin: Diese 8 Fehler sollten Handwerker vermeiden

Im Gespräch mit Finanzdienstleistern möchte man sich immer von der besten Seite präsentieren. Es geht mitunter um viel: Eine wichtige Anschaffung, eine Investition in den Betrieb oder die Verbesserung bestehender Konditionen. Wenn ein Banktermin dann aber nicht wie gehofft abläuft, können die Folgen schwerwiegend sein. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen 8 Fehler aufzeigen, die viele Handwerker in Bankgesprächen begehen, aber mit einer guten Vorbereitung vermieden werden können:

1. Sie kommen blank und mit leeren Händen ins Gespräch

Banken und andere Finanzdienstleister stützen Entscheidungen auf einer Anzahl vieler unterschiedlicher Faktoren. Grundlegende Zweifel, weshalb Sie keine Finanzierung bekommen sollten, können durch eine Darstellung der wirtschaftlichen Situation Ihres Betriebs leicht ausgeräumt werden. Doch natürlich möchte der Banker dafür auch – früher oder später – die entsprechenden Nachweise sehen. Wenn Sie bereits alle notwendigen Unterlagen wie beispielsweise einen aktuellen Jahresbericht oder eine Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) dabeihaben, spart das nicht nur Zeit, sondern zeigt auch, dass Sie sich auskennen und Ihr Unternehmen strukturiert führen. Auch eine Auflistung Ihres persönlichen (privaten) Vermögens hilft. Diese Unterlagen bereitet Ihnen i.d.R. Ihr Steuerberater vor. Geben Sie ihm vor dem Bankgespräch rechtzeitig Bescheid, sodass Sie sicher alle Dokumente zur Verfügung haben. Sie können die Dokumente auch bereits vorab an Ihre Bank senden – so kann sich auch Ihr Firmenkundenberater vorbereiten.

2. Sie lassen das Gespräch einfach so auf sich zukommen

Natürlich zählen die Unterlagen zum Betrieb auch zur Vorbereitung, allerdings gilt es nicht nur, die Dokumente dabei zu haben. Sie sollten sich mit Ihren Zahlen auch auskennen. Wo gab es vielleicht Zeiten, in denen der Umsatz nicht so gut lief? Und wie kann man diese erklären? Zeigt der Trend nach oben oder nach unten? Und natürlich sollten Sie in diesem Zusammenhang auch die gewünschte Finanzierung erklären können. Wozu wird diese benötigt? Wie planen Sie, diese zurückzuzahlen? Gibt es einen Investitionsplan? Bei einigen dieser Fragen kann Ihnen ebenfalls der Steuerberater helfen. Für tiefergehende Analysen hilft es oft, sich vor einer Finanzierungsanfrage externe Unterstützung ins Boot zu holen.

3. Sie kennen Ihr eigenes Rating nicht

Das Unternehmensrating (auch Bonität genannt) ist eine Art Index, aus dem die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens hervorgeht und wird von Banken erstellt, aber häufig durch externe Auskunfteien geprägt. Sie kennen vermutlich aus dem privaten Bereich die Schufa. Nicht ganz vergleichbar, aber ähnlich verhält es sich auch bei Betrieben. Hier gibt es beispielsweise die Creditreform, auf die sich viele Banken bei der Kreditvergabe mit stützen. Ist dort der sogenannte Score schlecht, wird es schwer, eine günstige Finanzierung zu erhalten. Sie sollten Ihr eigenes Rating nicht nur kennen, sondern können es auch positiv beeinflussen. Unser Partner COMPEON hat einige Tipps vorbereitet, wie Sie ihr Unternehmensrating verbessern können.

4. Sie finanzieren zum „falschen“ Zeitpunkt

Dem Handwerksunternehmen geht es nicht gut, die Auftragslage stockt und jetzt muss Liquidität her, um die Betriebskosten zu überbrücken. An dem Zeitpunkt ist das sprichwörtliche Kind bereits in den Brunnen gefallen. Denken Sie immer voraus: Je besser Ihr Unternehmen finanziell aufgestellt ist, desto einfacher erhalten Sie auch eine Finanzierung mit guten Konditionen. Oft begehen Handwerker den Fehler, in diesen Zeiten die freien Mittel einzusetzen. Na klar, Investitionen in den Betrieb sind eine gute Sache. Aber grade in wirtschaftlich guten Zeiten ist es sinnvoll, auf günstiges Fremdkapital zurückzugreifen. Setzen Sie bei Anschaffungen dann lieber auf eine Finanzierung – kaufen Sie Fahrzeuge oder Maschinen nicht aus Ihrem Vermögen, sondern nutzen Sie Leasing oder Mietkauf. Bleiben Sie flexibel und behalten die nötigen Mittel für Notfälle oder Zeiten, in denen es wirtschaftlich nicht so positiv läuft.

5. Sie wissen nicht, was Sie wollen

Stecken Sie sich vor dem Gespräch ganz klare Ziele, mit was Sie aus dem Termin herausgehen möchten. Was ist Ihr Investitionsziel? Wofür benötigen Sie das Geld? Und wie viel ist dafür mindestens notwendig? Gibt es vielleicht schon Angebote und einen Zeitplan für eine Anschaffung? Nur wenn Sie ganz genau wissen, worauf Sie hinauswollen, können Sie diese Ziele auch erreichen. Überlassen Sie Ihrem Firmenkundenberater in der Bank nicht das Feld: Natürlich ist das sein Gebiet und als Handwerker sind Sie der Fachfremde. Oft kommt man sich beim Bankgespräch auch vor wie ein Bittsteller – und sprüht vor Dankbarkeit über, wenn die Bank auch nur einen kleinen Schritt auf die Wünsche zumacht. Denken Sie dran, dass Sie auch Kunde sind. Lenken Sie das Gespräch und zeigen Sie Ihrem Berater, dass Sie genau wissen, wovon Sie reden.

6. Alle Ihre Finanzierungen laufen über eine Bank

Die Hausbankbeziehung ist sehr wichtig. Als langfristiger Partner steht die Bank für Sie auch als Sicherheit an Ihrer Seite und durch eine persönliche Beziehung können komplexe Prozesse oder auch Schieflagen überbrückt werden. Man erlebt aber immer wieder, dass trotz positiver Bonität, guten Umsätzen und einer einwandfreien Beziehung zur Bank nach vielen Jahren Kredite abgelehnt werden. Der Grund: Es laufen bereits zu viele Finanzierungen bei einem Finanzanbieter und sind noch nicht getilgt. Das kann grade Handwerksbetriebe treffen, die regelmäßig investieren – zum Beispiel läuft noch die Immobilienfinanzierung für eine Lagerhalle, dann gibt es noch Kredite für die Anschaffung neuer Spezialwerkzeuge und die Kontokorrentlinie wird regelmäßig genutzt, um Gehälter auszuzahlen, bis die Kundenrechnungen beglichen sind. Wenn dann vielleicht noch private Verbindlichkeiten wie das Darlehen für das Eigenheim dazu kommen, kann es sein, dass die Bank aus Gründen der Risikominimierung ablehnt. Auch wenn alle Kredite ordnungsgemäß laufen und getilgt werden. Es kann immer etwas unvorhersehbares passieren. Seien Sie vorbereitet und fragen Sie Ihre Finanzierung besser immer bei mehreren Finanzdienstleistern an. Wir helfen Ihnen gerne dabei.

7. Sie sind zu alt – oder zu jung

Das klingt erstmal nicht nach einem Fehler. Schließlich kann man das eigene Alter nicht beeinflussen. Allerdings ist sowohl Ihr Alter als Geschäftsführer wie auch das Alter des Unternehmens je ein Faktor, der großen Einfluss auf die Gewährung einer Finanzierung hat. Sind Betrieb und Geschäftsführer grade erst frisch auf dem Markt, liegen der Bank zu wenig Erfahrungswerte vor. Aber auch „zu alt“ kann ein Problem werden: Je nach Summe des Kredits können Zweifel aufkommen, ob Sie Ihren Betrieb überhaupt noch so lange führen möchten, wie es braucht, um die Verbindlichkeiten zurückzuzahlen. Die Bank müsste sich auf einen potenziellen Nachfolger verlassen – und lehnt deshalb häufig in so einem Fall ab. Wie Sie diesen „Fehler“ vermeiden können? Setzen Sie nicht auf ein Pferd und machen Sie Ihre Hausaufgaben vorab noch genauer. Fragen Sie mehrere Finanzdienstleister an, gehen Sie dabei ruhig auch neue Wege und arbeiten Sie Ihren Finanzierungsplan genau aus, um alle Zweifel zu zerstreuen.

8. Das erste Angebot blind annehmen

Kaufen Sie nicht die Katze im Sack. Natürlich ist es verlockend, das schnelle Angebot der Hausbank direkt anzunehmen. Dann ist das Thema geregelt und vom Tisch. Doch das kann teuer werden! Je nach Summe, um die es geht, können schon wenige Stellen nach dem Komma einen Unterschied von tausenden Euro machen. Sie sollten deshalb Kredite, aber auch Leasingangebote (beispielsweise beim Gebrauchtwagenkauf) immer vergleichen. Kein seriöser Anbieter wird Ihnen dieses Vorgehen und etwas Bedenkzeit übelnehmen. Und falls doch, sollten Sie sich ohnehin Gedanken über die Geschäftsbeziehung machen. Durch digitale Vergleichsportale, spezialisiert auf gewerbliche Finanzierungen, ist ein solcher Angebotsvergleich ohne großen Zeitaufwand möglich.

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