Finanzierung

Mietkauf wird bei Handwerksbetrieben immer beliebter: Warum ist das so?

Der Leasing-Markt boomt: Zwar gab es laut Daten von Statista 2020 pandemiebedingt einen leichten Rückgang bei den Gesamtinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr, allerdings wurden in Deutschland trotzdem mehr als 60 Milliarden Euro via Leasing investiert.  Fahrzeuge, Maschinen, Spezialwerkzeug, IT-Bedarf oder technische Anlagen: Leasing ist auch im Handwerk dafür die erste Wahl. Allerdings nahm in den Jahren vor Corona eine Finanzierungslösung, die prozentual sogar noch ein deutlich stärkeres Wachstum verbuchen konnte als Leasing zu. Mietkauf wird immer beliebter: Wurden 2010 noch knapp 4 Milliarden Euro mit Mietkauf investiert, waren es trotz Corona-Lage 2020 mit 8,2 Milliarden Euro mehr als doppelt so viel.

2019 gaben in einer Studie unseres Partners COMPEON 13,3 Prozent der Handwerker an, Mietkauf bereits genutzt zu haben. Warum nutzen offenbar immer mehr Betriebe aus dem Handwerk Mietkauf? Was macht diese Finanzierungsform so beliebt? Und: Hat sie Leasing etwas voraus?

Was genau ist Mietkauf überhaupt?

Gerade Unternehmerinnen und Unternehmer, die nicht regelmäßig mit Finanzierungslösungen zu tun haben, verwirrt der Begriff.

Mietkauf? Wird die Wunschmaschine gemietet oder doch gekauft?

Mietkauf vereint Vorteile einer Miete mit den langfristigen Sicherheiten eines Kaufes, bei dem das gewünschte Objekt zu einem vereinbarten Zeitpunkt „abbezahlt“ ist. Es ähnelt im Ergebnis eher einem Darlehen, liegen im Vergleich zum Leasing die Eigentumsverhältnisse nämlich beim Mietkauf direkt und komplett beim Unternehmen. Während beim Leasing der Leasing-Geber (also meistens eine Bank oder Leasinggesellschaft) Eigentümer des Objekts bleibt, geht das Fahrzeug, die Maschine oder die technische Anlage beim Mietkauf direkt bei Vertragsschluss in den Besitz des Unternehmens über – und wird natürlich auch dem Anlagevermögen des Betriebs bilanziell zugeordnet.

Ähnlich wie beim Leasing werden über eine Laufzeit vereinbarte Raten gezahlt, allerdings ohne, dass das Objekt nach Ablauf der Laufzeit zurück an die Leasinggesellschaft geht. Es verbleibt beim Unternehmen, ist abgezahlt und es fallen i.d.R. keine weiteren (Finanzierungs-) Kosten an.

Die Unterschiede von Leasing und Mietkauf kompakt:

Für wen lohnt sich der Mietkauf?

Vor allem Unternehmen, die langfristig besonders werthaltige Maschinen oder technische Anlagen nutzen, sollten Mietkauf in Erwägung ziehen. Klassische Laufzeiten beim Leasing bewegen sich in der Regel zwischen 12 und 60 Monaten. Ist bereits absehbar, dass der Betrieb das Objekt deutlich länger nutzen will und aufgrund des erwarteten Zustands (und beständigen Werts) weiter nutzen kann, ist Mietkauf definitiv eine Option.

Mietkauf ist außerdem für kleinere Betriebe besonders interessant, die weniger als 335.000 Euro Eigenkapital zur Verfügung haben. Diese sind berechtigt, eine sogenannte Mittelstands-Sonderabschreibung zu nutzen. Dabei fällt (im ersten Vertrags­jahr des Miet­kaufs) die jewei­lige Abschrei­bung höher aus als es beim Abzugs­gewinn bei einem Leasing der Fall wäre. Zudem lohnt sich bei Miet­kauf ein Blick auf eine mög­liche Kom­bination mit bestimmten Förder­mitteln (beispiels­weise Investitions­zulagen).

Nicht von höheren Kosten zum Beginn abschrecken lassen

Viele Betriebe schrecken bei den anfänglich höher erscheinenden Kosten beim Mietkauf zurück. Der Preis erscheint zu Beginn meist deutlich höher, da sich die Mehrwertsteuer der Mietkaufraten auf die Summe aller vereinbarten Raten über die gesamte Laufzeit hinweg bezieht – inklusive möglicher Anzahlungen. Diese fallen gleich zu Vertragsbeginn in voller Summe an. Die Kosten wirken so höher als beispielsweise bei einem vergleichbaren Leasing. Hier sollten Unternehmerinnen und Unternehmer bedenken, dass diese Kosten als Vorsteuer voll abzugsfähig sind. Fragen Sie hier unbedingt Ihren Steuerberater.

Anbieter vergleichen, Angebote einholen

Wie bei jeder Finanzierung und jedem Kauf sollten Unternehmen, die für eine Anschaffung Mietkauf in Erwägung ziehen, unbedingt Vergleichsangebote einholen. Für werthaltige Maschinen, Spezialwerkzeuge oder technische Anlagen, die sich besonders für die Finanzierung via Mietkauf anbieten, werden i.d.R. hohe Preise aufgerufen – bereits kleine Unterschiede in der Ratengestaltung können in der Summe viel Geld ausmachen. Auch wenn es vielleicht mit der Finanzierung schnell gehen muss, weil das Objekt dringend gebraucht wird, lohnt sich immer ein Vergleich. 

Dazu arbeitet Handwerk-ist-Zukunft mit COMPEON zusammen. Unser Kooperationspartner vergleicht für Sie rund 300 verschiedene Finanzierungsanbieter wie Banken und Leasinggesellschaften, holt durch digitale Anbindungen in kürzester Zeit Angebote für Sie ein und übernimmt auf Wunsch die Kommunikation mit dem Finanzierer. Was Sie dafür mitbringen müssen? Lediglich das Händler-Angebot für Ihr neues Fahrzeug, Ihre Maschine oder Anlage.

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