Fachkräftemangel

Das E-Handwerk unterstützt Innungsbetriebe

44 Prozent der Handwerksbetriebe waren 2018 laut Zentralverband des Deutschen Handwerks auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. Dem zunehmenden Fachkräftemangel begegnet das Handwerk laut einer Umfrage des Zentralverbands Deutsches Handwerk mit einer Vielzahl an Maßnahmen. So wurde in vielen Handwerken nicht nur der Fokus bei der Fachkräftesuche auf Personengruppen ausgeweitet, die früher nicht im Fokus standen. Auch finanzielle Anreize und Maßnahmen zur Verbesserung von Betriebsklima und Arbeitsplatz spielen eine immer wichtigere Rolle beim Finden und Binden der Fachkräfte.

Im Elektrohandwerk herrschen ähnliche Rahmenbedingungen. Die Situation stellt sich aber ein wenig differenzierter dar – insbesondere im Bereich des Fachkräftenachwuchses. So beobachtet das E-Handwerk seit Jahren einen erfreulichen Aufwärtstrend, der auch auf die aktive Nachwuchsförderung des Verbands zurückzuführen ist und deutlich über dem Wachstum anderer Handwerksbranchen liegt. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der neuen Ausbildungsverträge weiter (+ 1,7 Prozent). Insgesamt lag die Zahl der Auszubildenden 2019/2020 dem Spitzenwert von 44.746 (+ 3,5%).

Was das Besetzen offener Stellen in den E-Handwerken angeht, so zeigt indes auch eine Sonderumfrage des ZVEH zum Thema „Fachkräfte sichern“, dass diese überwiegend erst nach längerer Suche oder gar nicht besetzt werden konnten. Um doch fündig zu werden, planen viele Betriebe, vermehrt Studienabbrecher, Schulabgänger mit höherem Abschluss oder auch Fachkräfte aus dem Ausland anzusprechen. Als Anreiz für die Mitarbeitergewinnung und auch -bindung werden im monetären Bereich neben Weihnachts-, Urlaubsgeld und erfolgsbezogenen Prämien auch eine übertarifliche Bezahlung, eine betriebliche Altersversorgung oder Zuschüsse zum ÖPNV-Ticket genutzt.

Betriebsklima und -ausstattung als Anreiz

Bei der Arbeitsplatzgestaltung setzen die E-Betriebe zum einen auf eine gute Ausstattung (Werkzeug, Arbeitsmittel, Fahrzeug etc.). Zum anderen werden Mitarbeitern frühzeitig Perspektiven aufgezeigt und zunehmend Verantwortung übertragen. Auch Rückmeldungen zu Arbeitserfolgen und eine Urlaubplanung, die die jeweilige Lebenssituation der Mitarbeiter berücksichtigt, werden gern als Instrument zur Mitarbeiterbindung eingesetzt. An Bedeutung gewonnen hat der Faktor Flexibilität. Um attraktiv für Arbeitnehmer zu sein, haben viele Betriebe Arbeitszeiten flexibilisiert. Einen hohen Stellenwert hat zudem die Weiterbildung bzw. bei Auszubildenden die Vermittlung von Ausbildungsinhalten sowie deren Verknüpfung mit dem betrieblichen Alltag.

Qualifikationsmaßnamen sehr gefragt

Da wundert es wenig, dass der überwältigende Anteil der Befragten angab, seine Mitarbeiter mindestens alle zwei Jahre zu Qualifikationsmaßnahmen zu schicken – erfreulicherweise wird hier besonders an erster Stelle auf das Angebot der innungs- und verbandsnahen Schulungsstätten zurückgegriffen. Mit großem Abstand folgen Angebote des Großhandels und der Handwerkskammern.  

Die gute Botschaft: Mit dem aufgezählten Instrumentenmix gab immerhin die Hälfte der vom ZVEH befragten Betriebe an, erfolgreich bei der Fachkräftegewinnung gewesen zu sein. Für die Suche setzte der überwiegende Anteil der Befragten klassisch auf die Agentur für Arbeit sowie auf Hinweise auf der Firmenhomepage und Fachkräfte- oder Ausbildungsmessen. Social Media hingegen spielt (noch) eine eher untergeordnete Rolle.

Nachwuchs- und Fachkräftewerbung

Innungsbetrieben bietet die ArGe Medien im ZVEH mit ihrem Angebot im Marketingpool umfangreiche Unterstützung für die Akquise von Auszubildenden. Neu sind umfangreiche Werbemittel wie Anzeigen und Banner-Vorlagen, Fahrzeugaufkleber, die Innungsbetriebe mit dem Werbemittelkonfigurator mit eigenem Firmenlogo versehen können und für ihre Fachkräftesuche einsetzen können. Die Kampagne wirbt mit aufmerksamkeitsstarken und witzigen Sprüchen und ist damit garantiert ein sympathischer Hingucker.

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